Mittwoch, 20. Februar 2019

Stolperstein für Elisabeth Willkomm















Unter sehr großer Beteiligung der Familie wurde heute, am 20.02. der Stolperstein für Elisabeth Willkomm, Zehlendorfer Damm 71, verlegt. Es war ein sehr guter Tag und eine würdige Verlegung.



Artikel aus: PNN (20.02.2019)


Kleinmachnow : Erinnerung an ein Opfer der Euthanasie

In Kleinmachnow wird am Mittwoch der 23. Stolperstein in Erinnerung an Elisabeth Willkomm verlegt. Vermutlich ist es der letzte Stolperstein in Kleinmachnow.
Martin Bindemann erforscht mit seiner Projektgruppe Stolpersteine das Schicksal von Opfern des Nationalsozialismus. 2008 wurde der erste Stolperstein verlegt.
Martin Bindemann erforscht mit seiner Projektgruppe Stolpersteine das Schicksal von Opfern des Nationalsozialismus. 2008 wurde der...Foto: PNN / Ottmar Winter
Kleinmachnow - Elisabeth Willkomm ist 29 Jahre alt, als sie wegen einer Depression im Jahr 1942 in eine Berliner Nervenklinik eingeliefert wird. Der Kleinmachnowerin kann dort nicht geholfen werden, wie die Ärzte nach einer Woche feststellen. Sie überweisen Elisabeth Willkomm in die Landesanstalt nach Neuruppin. Vier Tage später ist sie tot. „Auf dem Totenschein stand Herzmuskelschwäche, aber es kann als sicher gelten, dass Elisabeth Willkomm Opfer der Euthanasie der Nationalsozialisten wurde“, sagt Martin Bindemann, Vorsitzender der Projektgruppe Stolpersteine. Vor dem früheren Grundstück der Willkomms am Zehlendorfer Damm 71 wird am Mittwoch um 16 Uhr ein Stolperstein in Erinnerung an Elisabeth verlegt.
Neuruppin sei eine „klassische Endstation“ im Euthanasieprogramm gewesen, die Kranken seien für Experimente etwa mit Medikamenten missbraucht worden. „Es ist besonders tragisch, wenn man bedenkt, dass die Eltern ihrem Kind ja nur etwas Gutes tun wollten, als sie es in die Berliner Klinik brachten“, so Bindemann. Elf Jahre zuvor war Elisabeth schon einmal erkrankt. Die Geschwister – 13 Brüder und Schwestern leben mit Elisabeth und ihren Eltern im Haus – sprechen von Schwermut und Melancholie, der Vater nennt es die „böse Krankheit“. Elisabeth wird in einer Klinik in Nikolassee behandelt, die Beschwerden verschwinden zunächst.
Das Schicksal von Elisabeth Willkomm haben die Familienangehörigen – Enkel der Geschwister von Liesel, wie sie in der Familie genannt wurde, erforscht. „Es war das erste Mal, dass Angehörige mit der Lebensgeschichte eines Opfers auf uns zukommen und uns fragen, ob nicht ein Stolperstein zur Erinnerung verlegt werden kann“, so Martin Bindemann. Die acht Mitglieder der Projektgruppe haben aber in Archiven die Lebensstationen von Elisabeth Willkomm noch einmal überprüft. Ihr Stein ist der 23., den die Gruppe in Kleinmachnow seit 2008 verlegt. In die zehn Zentimeter große Messingplatte sind Geburts- und Sterbedaten und der Tag der Deportation eingraviert. Der in Köln lebende Künstler Gunter Demnig, Initiator des europaweiten Projekts, hat seit 1993 mehr als 30.000 Stolpersteine in 21 Ländern verlegt, um an die Opfer der NS-Zeit zu erinnern.

Gäste aus aller Welt

Demnig selbst wird den Stein am 20. Februar 2019 setzen. Martin Bindemann rechnet mit etwa 40 Gästen allein aus der Familie, die sich vor dem Grundstück treffen werden. Einige reisten extra aus den USA an. „Sie verbringen den ganzen Tag in Kleinmachnow“, so Bindemann. So will die Gruppe auch das Familiengrab auf dem Waldfriedhof, in dem Elisabeth begraben ist, besuchen und die Statue, die die Stolperstein-Projektgruppe auf dem Margarete-Sommer-Platz in Gedenken an Helfer der Verfolgten des Nationalsozialismus hat aufstellen lassen.
Martin und Emely Willkomm, die Eltern von Elisabeth, waren 1924 aus dem Elsaß nach Kleinmachnow gezogen, in das frühere kaiserliche Seemannserholungsheim am Zehlendorfer Damm. Ihr Wohnhaus wurde in den 1990er Jahren abgerissen. 2011 hatte wie berichtet der Rapper Bushido das Grundstück gekauft, auf dem nun seine Villa und die des Berliner Clanchefs Arafat Abou-Chaker stehen. Links neben das Tor zum Grundstück wird der Stein gesetzt, die Kommune habe den Ort laut Bindemann festgelegt. „Ich habe allen Bewohnern des Grundstücks vorher einen Zettel mit den Informationen zugeschickt und meine Kontaktdaten für Rückfragen“, so Bindemann. Gemeldet habe sich aber niemand.
Nur wenige Meter vom früheren Anwesen der Familie Willkomm entfernt liegt am Zehlendorfer Damm 90 bereits ein Stolperstein, der an Friedrich Siegfried Daus erinnert. Er wurde im Alter von 68 Jahren nach Theresienstadt deportiert, da er nach Rassegesetzen der Nazis als Jude galt, obwohl er offiziell evangelisch war.


Stein des Gedenkens. Der Stolperstein am Zehlendorfer Damm 90.
Stein des Gedenkens. Der Stolperstein am Zehlendorfer Damm 90.Foto: PNN / Ottmar Winter
Martin Bindemann, der in Teltow als Diakon arbeitet, glaubt, dass der Stolperstein vor Bushidos Grundstück einer der letzten in Kleinmachnow sein wird. „Wir haben die Geschichte der Opfer in Kleinmachnow inzwischen ausrecherchiert.“ Der Ort hatte im Dritten Reich etwa 13.000 Einwohner, da seien 23 bekannte Opfer ohnehin schon eine hohe Zahl. „Natürlich kann es noch vorkommen, dass Familien selbst Spuren der Vertreibung aus Kleinmachnow finden. Dann nehmen wir das gern auf“, so der 48-Jährige.

Mittwoch, 27. Dezember 2017

DieAktionsgruppe Stolpersteine bedankt sich

Die Aktionsgruppe Stolpersteine musste leider das bisherige Domizil, Auf der Drift 12, aufgeben. Das ist sehr schade. Aber, dass die Möglichkeit eines Anlaufstelle, eines Ausstellungsraumes, ein Zentrum für die Aktionsgruppe von nur begrenzter Dauer sein wird, hatten wir gewusst. Der Hauseigentümer hatte von Beginn an gesagt, dass er nicht wüsste wie lange das so sein könne. Nun braucht er die Räume selbst. Schade, sehr schade. Wir blicken sehr positiv auf die Zeit in dem Haus zurück. Es ist uns gelungen den "Keller" zu einer Anlaufstelle zu machen. Insgesamt 6 Veranstaltungen zu den Mahn- und Erinnerungstagen hat es Auf der Drift gegeben. Lesungen, Vorträge, Musik, Ausstellungen standen ebenso auf der Angebotsliste, wie drei Kurse für Schülerinnen und Schüler des Weinberggymnasiums und einen Tag für eine Kleinmachnower Grundschule.  Nun war heute, am Mittwoch, 27. 12, der Auszug. So gilt unser Dank Herrn Kempe, für die Möglichkeit von beinahe 2 guten Jahren. Mit insgesamt 5 PKW-Ladungen war dann alles absolviert. Nun sind wir auf der Suche nach einer neuen Möglichkeit. In diesemZusammenhang wird es am 4. Januar einen Termin mit dem Bürgermeister Kleinmachnows, Michael Grubert, geben.


Samstag, 11. November 2017

Pressestimmen zur Ausstellung Emigration

http://t.maz-online.de/Lokales/Potsdam-Mittelmark/Flucht-nach-Shanghai-und-La-Paz

Flucht nach Shanghai und La Paz

Mit ihrer Ausstellung „Emigration“ knüpft die AG „Stolpersteine“ an bisherige Forschungen an. Die Schau ist noch am Samstag und Sonntag Auf der Drift 12 von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Gezeigt werden Dokumente, die Fluchtschicksale aus Kleinmachnow dokumentieren. Die Wege führten nach China und Bolivien.
So könnte ein Fluchtkoffer ausgesehen haben. Quelle: Stich
Veröffentlicht: Freitag, 10.11.2017 17:43 Uhr
Kleinmachnow. Auf ganz unterschiedliche Art und Weise blicken die Kleinmachnower derzeit auf ihre reich bewegte Vergangenheit zurück. Jüngstes Beispiel: Am Donnerstagabend wurde im ehemaligen „Judensammelhaus“ Auf der Drift 12 die Ausstellung „Emigration“ eröffnet. Sie ist noch am Samstag und am Sonntag zu sehen. In gewisser Weise ist sie eine Fortsetzung des Projekts „Wurzeln“, mit dem die Museumsinitiative vor wenigen Wochen in der Karl-Marx-Straße 117 für Aufsehen sorgte.
„Emigration“ – zusammengestellt von der Arbeitsgemeinschaft „Stolpersteine“ unter Leitung von Martin Bindemann – beschäftigt sich mit Menschen, die die Gemeinde verlassen mussten. Für Bindemann, der eng mit Kleinmachnow verbunden ist und jetzt als Diakon in der Kirchengemeinde Teltow tätig ist, ist das Thema „Emigration“ eine logische Fortsetzung des Stolperstein-Projekts. Denn das wiederum erinnert an die letzten frei gewählten Wohnorte der Nazi-Opfer – meist Juden – zur Zeit des Dritten Reichs.
„Wenn Menschen Kleinmachnow verlassen mussten, dann kann das ganz unterschiedliche Gründe gehabt haben“, so Bindemann. Er und seine Mitstreiter wollen das universale Thema „Emigration“ auf Kleinmachnow herunterbrechen und die Schicksale der betroffenen Menschen erforschen. „Die Ausstellung ist eine erste Zwischenbilanz, wir stehen noch ganz am Anfang.“ Was sich aber schon jetzt abzeichne, so Bindemann, sei die Tatsache, dass die Fluchtrouten zum Beispiel über den Balkan damals wie heute dieselben waren. „Das sollte uns wirklich zu denken geben, wenn wir über Geflüchtete nachdenken.“
In der Ausstellung, für die der Eigentümer des geschichtsträchtigen Hauses Auf der Drift 12 seinen Anbau zur Verfügung gestellt hat, sind Stationen und Bedingungen der Flucht dargestellt. Einzelne Schicksale scheinen auf, in einem Koffer haben die Organisatoren zusammengestellt, was für Utensilien Flüchtlinge mitnehmen konnten. Denn das Verlassen der Heimat geschah oft überstürzt und unter Bedrohung von Leib und Leben.
Eine Landkarte zeigt, wohin Kleinmachnower geflüchtet sind – das reicht von Shanghai bis La Paz in Bolivien. Sie ist auch der „Link“ zur Ausstellung „Wurzeln“. Dort wurde eine Landkarte präsentiert, die zeigte, woher die Menschen stammen, die heute in Kleinmachnow leben. „Wurzeln“ und „Entwurzelung“ – diese beiden Aspekte werden also derzeit in Kleinmachnow erforscht und aufgearbeitet. Axel Mueller, der Chef des Heimatvereins, fand deshalb lobende Worte für beide Geschichtsinitiativen: „Das sind großartige Projekte.“
Information: „Emigration“, Auf der Drift 12, geöffnet am Samstag und am Sonntag von 14 bis 18 Uhr.
Von Jürgen Stich

Freitag, 10. November 2017

Ausstellung eröffnet

Gute Resonanzen und über den Abend viel Interesse gab es heute, am 9. November zur Eröffnung der Ausstellung: EMIGRATION.
Wir zeigen etwas zur Situation in den Zielländern, Wege von Emigranten, was nötig war um Deutschland zu verlassen, Fluchtkoffer, Kurzbiografien von Kleinmachnowerinnen und Kleinmachnowern. Ein besonderer Dank an die Musiker der Familie Merkel.

https://m.youtube.com/watch?v=9CyToWbehnY



 


Mittwoch, 18. Oktober 2017

9. November

Der 9. November ist en deutscher Schicksalstag. Für uns, die Aktionsgruppe Stolpersteine, Grund dafür, in die Öffentlichkeit zu gehen.

Wir eröffnen unsere Ausstellung:

Emigration

Datum: 9. November
Zeit: 18.00 - 20.00 Uhr
Ort: Auf der Drift 12

Die Ausstellung ist dann offen am 10. November von 17.00 - 20.00 Uhr und am 11./12. November jeweils 14.00 - 18.00 Uhr

Das Thema Emigration beschäftigt uns schon länger. Emigration aus Deutschland, speziell aus Kleinmachnow. Wen und was hat unser Ort verloren, weil einem Menschen das Leben unmöglich gemacht wurde? Das war die Ausgangsfrage. Die Ausstellung ist ein Teil einer Antwort.

Samstag, 29. Juli 2017

Wir suchen Reisekoffer im Stile der 1930er Jahre

Hallo in die Weiten des www. Die Aktionsgruppe Stolpersteine in Kleinmachnow sucht für eine Ausstellung Reisekoffer im Stil der 1920, 30 und 40er Jahre. Wir brauchen 6 Stück, geliehen reicht uns. Wer helfen kann, einfach melden - Danke.